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"Bettenhausen" gehört zu jener Gruppe von Ortschaftsnamen auf "hausen" mit einem entsprechenden vorgesetzten Eigennamen, wie wir sie gerade auch im Raum Kassel neben älteren Siedlungen reichlich besitzen, man braucht nur an Ochshausen (="das" Haus des ogozzo, gozzo, götz), an Vollmarshausen und ähnlich gebildete Namen zu denken.
Der Name Bettenhausen ist vielleicht verwandt mit einem anderen Dorfnamen aus einer früheren Siedlungsperiode, mit Benterode (="die" Rodung des bentick), im Obergericht Münden gelegen. Man bringt den Namen der Dorfschaft Bettenhausen am ehesten zusammen mit dem Eigennamen, der noch heute in Kassel als Familienname vorkommt: mit dem Namen betting. Man hat früher den Versuch gemacht, den Namen mit dem Namen des altchattischen Stammes der Batten in Verbindung zu setzen, aber dieser ist gewiß längst vergessen ,als der Ort Bettenhusen zum ersten Mal genannt wird. Er wird als in der Mark der älteren Siedlung von Heiligenrode gelegen bezeichnet, eine Neurodung gleich dem Dorf Eschenstruth und dem längst wieder wüst gewordenen Umbach, das zwischen Heiligenrode und Windhausen lag und an das heute der Umbachsgraben erinnert. In einer aus Fritzlar datierten Urkunde vom 3. Juni 1126 erläßt Erzbischof Adelbert von Mainz dem Kloster Kaufungen den Neubruch="(" oder noval=")" Zehnten aus Bettenhausen und den beiden anderen zugleich genannten Ortschaften. Ob bei dieser Neuanlage wie bei der damit verbundenen Begünstigung des Klosters Kaufungen auch dynastische Interessen mitgespielt haben, ist schwer zu sagen, aber anzunehmen gerade in dem in Frage stehenden hessisch="niedersächsischen" Grenzgebiet, nachdem im vorausgegangenen Jahr Lothar der Sachse zum deutschen König erwählt worden ist. In verhältnismäßig rascher Folge hören wir nun von dem Dorfe, dessen Namen in den verschiedensten Schreibarten vorkommt, aber doch durch alle die Jahrhunderte den alten Namen fast unverändert bewahrt. Eng bleiben die Beziehungen des Dorfes zu dem nahen Kloster Kaufungen bis zur Reformation und noch darüber hinaus.
Das Losseflüßchen, das durch den Ort strömt und für dessen spätere industrielle Entwicklung einige Bedeutung gewinnt, hat trägt seinen Namen nicht ganz so unverändert: 1246 wird die Losse zuerst lotzmane, dann 1361 'losmanne' genannt. Der Name hat sich über die Jahrhunderte auf das heutige 'Losse' abgeschliffen. Als das Dorf zwanzig Jahre nach seiner ersten Nennung am 31.August 1145 wieder genannt wird, kaufen Propst und die Brüder des Klosters Weißenstein 3 1/2 Hufen des Landes zu bethenhusun vom St.Albansstift zu Mainz. Um derartige Vorgänge richtig zu würdigen, muß sich daran erinnern, welch ungeheuren Einfluß die Klostersiedlungen jener Zeit auf Landeskultur und Agrartechnik ausgeübt haben. Die Klostergüter waren die Musterwirtschaften des Landes, und wenn auch oft der Streubesitz der Klöster im Lande rein privatwirtschaftlich genutzt wurde, so darf man dennoch annehmen, daß auch er seinen Anteil hatte an der Wirtschaftsart der Klöster. Im Jahre 1308 wird Bettenhausen erneut genannt , mit dem ausdrücklichen Zusatz "ante forstam, d.h. vor dem forste, so daß nun auch für Bettenhausen dieser Ortsbegriff festgelegt erscheint. Im folgenden Jahr, am 24. Februar 1309, erscheint Bettenhausen sogar als Ort eines Urkundenvollzugs, indem nämlich dort der Pleban, d.h. der weltgeistliche Werner von Elgershausen und die Herren von Twiste auf eine Klage gegen das Kloster Kaufungen verzichten, die wegen einiger Güter zu Sandershausen schwebte. Im jahre 1313 beurkunden Prokonsul und Konsuln (Bürgermeister und Rat) der Stadt Kassel, daß der Kleriker Bonifatius dem Kloster Kaufungen zwei Hufen Landes zu Bettenhausen schenkte. 1324 verkaufte derselbe auch noch seine Rechte und Einkünfte aus einem Hofe zu Bettenhausen dem Konvent zu Kaufungen, wo er damals Priester war. Auch der Kaplan Degenhard zu Kaufungen hatte schon zuvor im gleichen Jahre den Chorjungfrauen des Stiftes zwei Pfund Pfennige Einkünfte aus Gütern zu Bettenhausen und Gramershausen, die er sich früher noch bei Übertragung selbst vorbehalten hatte, geschenkt.
Ein Gotteshaus im Dorfe Bettenhausen wird zuerst im Jahre 1318 genannt. Einige in diese noch mitvermauerte Reste des einstigen Baues geben Anlaß zur Annahme, daß es sich um ein Gebäude gotischen Stiles gehandelt hat, das wohl auch kaum viel früher entstanden sein kann, als im Jahre der Erwähnung, denn die Gotik ist in Hessen etwa seit der Mitte des dreizehnten Jahrhunderts eingezogen, seit der Erbauung der Kirche der Heiligen Elisabeth zu Marburg. Auch der heutige Bau darf als auf den alten Fundamenten stehend angenommen werden, ebenso scheint der Turm noch ältere Bauteile zu enthalten. Bettenhausen, das im Jahre 1505 als zum Dekanat Kirchditmold gehörend bezeugt ist, war eine Filiale von Waldau. Im "pfaffenstieg" haben wir noch eine Erinnerung an jene Tage, da der Pfarrer aus Waldau seinen Weg zu den Filialkindern in Bettenhausen durch den Forst nahm. Als die Kirche zu Bettenhausen zum ersten Mal Erwähnung fand, ging ihr Patronat aus den Händen der edlen Kasseler Familie "vor dem tore (ante valvam) auf das Geschlecht derer von Elben über. Diese aus dem Dorfe Elben im Wolfhager Land stammende Familie war im Mittelalter in ganz Nordhessen wohlbegütert und vererbte bei ihrem Aussterben im Jahre 1535 ihre Liegenschaften zu Bettenhausen der Familie Buttlar zu Elberberg.
Mit der Erwähnung der genannten Geschlechter und ihrer Patronatsrechte wird natürlich auch die Frage nach dem Geschlecht von Bettenhausen, das uns mehrfach aus den Kasseler Urkunden entgegentritt, angeschnitten, ebenso die Frage nach der Burg Bettenhausen, an die noch die Burgstraße erinnern will. Wir besitzen von der Burg Bettenhausen weder Aufrisse noch Lagepläne, die uns irgendeinen Aufschluß geben können, und wir wissen somit auch nicht, ob es sich dabei um einen sog. "schloßhaften" Bau, d.h. in diesem Fall um eine Talburg gleich jener zu Waldau, handelte oder nur um einen einfachen Burgsitz, d.h. nur einen einfachen Herrenhof. Ob das Geschlecht derer von Bettenhausen, das uns vornehmlich im vierzehnten Jahrhundert als Kasseler Patrizierfamilie entgegentritt, eines Stammes mit dem oben erwähnten PatrizierGeschlecht "ante valvam" (vor dem tore) ist, ist schwer zu sagen. Da dieses aber seine Patronatsrechte und damit wohl auch seinen Burgsitz in dem Dorf aufgab, dürfte immerhin ein Zusammenhang anzunehmen sein, zumal wenige Jahre nach diesem Übergang, im Jahre 1326, ein Sproß des Geschlechtes von Bettenhausen, der Bürgermeister Hermann von Bettenhausen, genannt volzs , gemeinsam mit dem Kasseler Ratsmitglied Johannes Vilmari bekundet, daß seine Wiese in der Gemarkung Bettenhausen zehntfrei sei außer den dem Ahnaberhger Konvent zugehörigen Wiesen. Wenn Hermann von Bettenhausen dies bekunden kann, er, der 1323 zuerst in Kassel erscheint, so ist es sehr wohl anzunehmen, daß er dies wissen konnte und mußte, wenn man eben annimmt, daß sein Geschlecht sich erst im jahre 1318 seiner Rechte an dem Dorfe, dessen Namen er trug, entäußert hatte. Daß schon vor dem Besitzübergang von 1318, nämlich im Jahre 1290, ein von Bettenhausen in Kassel auftaucht, widerspricht der hier ausgesprochenen Annahme nicht, auch nicht der andere Name des Geschlechts, das den von Elben seine besitz überläßt. denn man darf sich dessen wohl erinnern, wie sehr noch die Namen der Geschlechter im dreizehnten und vierzehnten Jahrhundert schwanken und Familienzusammenhänge oft nur aus Wappenähnlichkeiten nachweisbar sind. Und war nicht Bettenhausen für Kassel "vor dem tore" ? eine feste genealogische Reihenfolge läßt sich zunächst für die Familie von Bettenhausen kaum gewinnen. Aber wir stoßen bis zum Beginn des fünfzehnten Jahrhunderts immer wieder auf angesehene Glieder der familie, sei es als Bürgermeister, Ratsverwandte, Geistliche oder Stifter frommer Vermächtnisse. Zum ersten Mal begegnen wir einem Rudolf von Bettenhausen, dem ersten Familienglied dieses Namens in Kassel, in den Jahren 1290 und 1305. Dann folgt Hermann von Bettenhausen, gen. volzs, den wir schon oben kennen lernten. Er ist Bürgermeister und Ratsschöffe zwischen den Jahren 1323 und 1352; seine Witwe Adelheid überlebte noch um neun Jahre, bis zum Jahre 1361. Es wäre wohl denkbar, daß dieser ein Sohn des zuerst vorkommenden sei; aber man könnte auch annehmen, daß er der Repräsentant einer zweiten , erst nach 1318 in die Stadt gezogenen Linie seines Hauses gewesen sei, denn wir begegnen zumeist zwei Linien der Familie, deren eine in der Altstadt Kassel, die andere in der (Unter) neustadt angesessenen, begütert und ratsberechtigt war. Immerhin möchte man diesen Hermann wie auch den erstgenannten Rudolf der Vornamen wegen in die Altstädter Linie einreihen. die Neustädter Linie beginnt nachgewiesenermaßen mit Konrad von Bettenhausen, der ab 1332 bis zum Jahre 1377 als Bürger und Ratsschöffe in der Neustadt zu verfolgen ist. Als dessen Bruder weist sich Gotzo von Bettenhausen aus, der zusammen mit jenem und Metze (magarethe) Rumederin ein ihnen gehöriges Haus am Holzmarkt in der Neustadt zum Süsterhause bestimmte. Im Jahre 1350 wird noch Konrad von Bettenhausen genannt, aber er gilt als Bürger und Schöffe zu Kassel. Da bis 1374 die Altstadt ausdrücklich Kassel genannt, die Freiheit und die Neustadt , jede mit dieser Bezeichnung mit rechtlich drei völlig getrennten Gemeinwesen mit eigenen Ratskörpern waren, so dürfen wir wohl auch kaum diesen Altstädter Konrad mit seinem Neustädter Namensvetter identifizieren. die beiden Konrade waren wohl Vettern. In der Altstadt kommt daneben auch wieder ein Rudolf von Bettenhausen vor, der zwischen 1349 und 1370 als Schöffe zu Kassel genannt wird. Ihn, Rudolf (II.) dürfen wir wohl als den Sohn des Hermann, gen. volzs, und als Enkel des zuerst auftretenden Rudolf (I.) ansprechen. Auch in der Neustadt begegnen wir noch einem neuen Sproß des Geschlechtes. Es ist Henne von Bettenhausen, der 1377 auftaucht, wohl der Sohn und Nachfolger des Neustädter Konrad, der im gleichen Jahre zum letzten Male genannt wird. Henne ist wie Konrad Schöffe in der Neustadt und hat mit des Vaters Tode wohl auch dessen Amt nach der Gepflogenheit jener Tage geerbt. Auch diese Erblichkeit des Schöffenamtes gehörte zu den schweren Mißständen in der städtischen Verwaltung, die der scharfe Eingriff des Landgrafen Hermann des Gelehrten dann beseitigte. Mit Henne erlischt die nachgewiesene Neustädter Linie derer von Bettenhausen. Einem Hermann von Bettenhausen begegnen wir noch einmal im Jahre 1380. Er und der unten folgende Pleban Rudolf dürfen als die letzten Sprossen der Altstädter Linie betrachtet werden. Sie sind wohl Söhne des Rudolf (II.) von Bettenhausen. Der hier in Frage kommende Hermann von Bettenhausen (II.) steht als Ratsschöffe in der Reihe derer, die in die Sühne mit Landgraf Hermann dem Gelehrten vom 17. juni 1380 einbezogen sind, unter den "schöffen des anderen jahres", dem "alten rate".Sonst hören wir nichts mehr von ihm, und als im Jahre 1391 fast alle die übrigen Teilnehmer an jener Sühne mit in den Strudel hineingerissen werden, suchen wir seinen Namen wie überhaupt den seines Geschlechtes vergeblich. So wie das Geschlecht mit einem Rudolf in Kassel beginnt, so schließt es auch mit einem solchen. Er ist höchstwahrscheinlich der nachgeborene Bruder des letztgenannten Hermann; 1372, 1399 und 1404 begegnen wir ihm als Kleriker und Pleban zu Simmershausen. Zum letzten Male wird der Name genannt, als ein Bruder Rudolf von Bettenhausen dem Konvent der Karmeliter zu Kassel sein Haus nebst Hof, die an den Klosterbesitz grenzen, übergibt. Es ist das das Eckhaus der Brüderstraße und der Kettengasse nebst dem Hofe der Brüderkirche, der dann zum Kirchenhofe des Klosters gemacht wird. Man kann sich unschwer den Hergang vorstellen. Hermann(II.), der bestimmt war, das Geschlecht fortzupflanzen, war zwischen 1380 und 1391 kinderlos verstorben; sein jüngerer Bruder, der sich dem geistlichen Stande gewidmet und zu Simmershausen als Pfarrer lebte, hatte den väterlichen Besitz dann ererbt. Alt und müde geworden, sucht er nun die Ruhe des Klosters, das, neben der Stätte seiner Kindheit gelegen, ihm lieb und vertraut ist, und ihm übergibt er auch den Besitz, auf dem über ein Jahrhundert der Wohlstand seiner Familie beruht hat. Als die Brüder ihn in die Erde des Vaterhofes einsenken, ist das Geschlecht derer von Bettenhausen ausgelöscht.
Im Kasseler Bürgerbuche, das mit dem Jahre 1520 beginnt, findet sich der Name nicht, auch nirgendwo in den Universitätsmatrikeln der vorreformatorischen Universitäten; nur ein Johannes von Bettenhausen aus Eschwege, also ein Bürgerlicher, der wohl kaum Zusammenhänge mit dem Kasseler Patrizier- Geschlecht besitzt, kommt im Jahre 1363 in der Matrikel der Universität Erfurt vor.
Noch ein anderer Kasseler Geschlechtername blutigen Andenkens aus dem Jahre 1391 tritt uns aus der Geschichte des Dorfes Bettenhausen entgegen: es ist der der Familie Seheweis. Ihren Namen bewahrt zu Kassel der Weiße Hof, aber auch in Bettenhausen besaß die Familie Liegenschaften.
Im Jahre 1315 besaß ein Konrad Segewise diesen Hof. Der innige Zusammenhang des städtischen Patriziates mit den Grundherren rings im Lande beweist nichts besser als die völlige Lastenfreiheit des Besitzes.
Konrad Segewise, wohl des vorigen Sohn, verkaufte diesen Hof gemeinsam mit seiner Gattin Gela im Jahre 1332 an den Pleban Hartung zu Harmuthsachsen, der dann im Jahre 1350 Probst des Klosters Ahnaberg zu Kassel war und diese Liegenschaften seinem Konvent übereignete.
Ein Teil der Seheweißischen Besitzungen muß aber noch in der Hand der Familie bzw. eines ihrer Sprossen verblieben sein; denn am 23. August 1351 vermacht Hartung Sewis, Priester zu Kassel, seine Güter in Dorf und Gemarkung zu Bettenhausen dem Ahnaberger Kloster zu Ehren der Heiligen Jungfrau Maria und zu seiner Seelen Heil; und noch einmal werden im Jahre 1374 Rechtsveränderungen dieser Liegenschaften beurkundet.
Der einst Seheweißsche Besitz war nun fast völlig in den Händen der Augustinerinnen von Ahnaberg. Und man darf auch annehmen, daß der Probst und einstige Pleban Hartung dieselbe Person ist wie der Priester Hartung Sewis; aber der weltliche Zweig der Familie scheint doch auch noch einige Lehenstücke zu Bettenhausen in der Hand behalten zu haben. Denn als dieser mit der Hinrichtung des Cuntz Seheweiß im Juli 1391 erlosch - So meldet die Congeries-, sollen mit den Gütern der damals Hingerichteten die von Boyneburg, von Berlepsch, von Wolff und andere belehnt sein. Da sich unter den Lehnträgern des Klosters Kaufungen im Jahre 1527 auch ein Caspar von Berlepsch als mit einem Teil des Zehnten zu Bettenhausen belehnt finden, so ist es nicht ausgeschlossen, daß dies ein Stück aus einst Seheweißschen Familienbesitz war.
Auch das St. Martinsstift zu Kassel hatte Güter aus dem Besitz dieser Familie in der Hand. Sie waren ihm schon früher durch Erbgang vor dem Ende der Familie zugefallen , und zwar von dem verstorbenen Magister Heinrich Segewyß. An anderer Stelle wird er auch Sewiz geschrieben; die Schreibweise gerade dieses Namens wechselt sehr , wie ja gewiß schon bemerkt worden ist. Der Erblasser war Rektor des heiligen Kreuzaltars an der Pfarrkirche St. Cypiaci in der Altstadt zu Kassel (auf dem heutigen Marställer Platze) gewesen. Er bestimmte im August 1355 die in Dorf und Feldmark zu Bettenhausen gelegenen Güter zu einer Vikarie am Heiligen Kreuzaltar. Es ist nicht ganz klar, wieso das St. Martinsstift hier zu dem Rechte der Präsentation kam, da doch das Patronat über sämtliche Kasseler Kirchen und besonders über die St. Cyriaci dem Ahnaberger Konvent zustand. Jedenfalls verfügte das Stift St.Martin im Jahre 1390 über diese Besitzungen, indem es sie dem Kanoniker Konrad Sapientis für geleistete Dienste schenkte.
Außer den schon genannten Besitzungen, von denen uns die Lehnsbriefe oder andere Urkunden erzählen, kennen wir noch einen weiteren Hof, dessen Name sich bis auf unsere Tage erhielt, wenn das Gebäude selbst auch längst verschwand. Es ist der Königin Lehen, ein landesherrlicher Hof, dort, wo heute die Königinhofstraße unweit der Kirche beginnt. Nicht mit der Stifterin des Klosters Kaufungen,der Kaiserin Kunigunde der heiligen, wie man hier und dort annahm: ist der Name der Hofstatt in Verbindung zu bringen. Er erinnert an die unglückliche Tochter des Landgrafen Heinrich II., des Eisernen von Hessen, die Königin Adelheid von Polen.
Sie war mit dem König Kasimir von Polen vermählt gewesen und wollte dessen Kebsweib, die Jüdin Esther, nicht neben sich dulden. Darob von ihrem Gemahl in unwürdiger Haft gehalten, entfloh sie und kehrte zu ihrem Vater nach Kassel zurück . Dort und auf dem ihr überlassenen Hofe zu Bettenhausen verbrachte sie den Rest ihrer Tage und fand ihr letztes Bett bei den Augustinerinnen des Ahnaberger Konvents, in der Klosterkirche, die in Jahre 1379 vom Militärfiskus in so rücksichtsloser Weise zerstört ward. Der Hof fiel mit der Königin Tod wieder an das Landgrafenhaus zurück , wann und warum es den Namen des Ringhofes erhielt, ist leider völlig unbekannt.
Genaue Angaben über den damaligen Stand des Ringhofes macht, ohne ihn mit diesem Namen näher zu bezeichnen , ein Steuerkataster der Gemeinde Bettenhausen vom Jahre 1748, das in seiner Ortsbeschreibung, die vorangesetzt ist, auch den Übergang des Besitzes für die weitere Zeit darstellt. Es erhellt daraus, daß Bettenhausen überhaupt keine freien ritterschaftlichen Güter hatte, also auch der von Elben - Buttlarsche Besitz nicht ritterlicher Besitz im engeren Sinne dieses Begriffes war. Nur der Ringhof war als landesherrlicher Besitz frei von Zins, Zehnte, Dienst; Kriegskonstribution und anderen Lasten. Die Landgräfin Juliane verkaufte ihn am 12. Januar 1631 an den Bürgermeister Eulner zu Capell für 2000 Kammergulden und 100 Viertel ; aus den Händen von dessen Erben erwarb ihn dann die Landgräfin Hedwig Sophie, geb. Prinzessin von Brandenburg und Mutter des Landgrafen Karl, für ihren nachgeborenen Sohn Philipp, der die Seitenlinie Hessen-Philippsthal begründete.
Auf einer Lageskizze von Ländereien in der Gegend des Messinghofes vom Jahre 1718 ist ein Land als dem Prinzen Philipp gehörig eingezeichnet. Das Grundstück wurde von dem Hause Hessen- Philippsthal am 5. Mai 1732 für 2800 Reichtaler an den Büchsenmacher Matthias Konrad Pistor verkauft. Der Umfang des Gartens beim Ringhofe betrug damals 3 3/8 Äcker . Mit dem Übergang in die Hände des genannten Pistor ging auch die Lastenfreiheit des Ringhofes unter, sie wurde beim Verkauf kassiert.- Aus den Pistorschen Händen erwarb ihn Landgraf Friedrich II., der das Gut als Erblehen dem Wasenmeister und Nachrichter Rathmann übergab.
Auch von einigen Mühlen hören wir im Verlaufe des fünfzehnten Jahrhunderts. Zunächst ist die Herwigsmühle zu nennen. Sie wird als zwischen dem Dorfe und der Forstmühle liegend bezeichnet. Als Forstmühle gilt der heutigen Messinghof. Es ergeben sich erhebliche Momente, die dafür sprechen, daß die Herwigsmühle mit der alten Drahtmühle identisch ist. Der Verkauf, bei dessen Gelegenheit die Herwigsmühle genannt wird, erfolgte am 27. Oktober 1410. Henne Segener und seine Frau Kunne übergaben sie dem in einer Urkunde von 1422 namentlich genannten Stadtsteinmetzen und Werkmeister Johann von Hasungen zu Kassel . Und als noch einmal, am 12. Dezember 1458, die Herwigsmühle erwähnt wird, wird zugleich auch noch die Lohmühle genannt, so daß wir also aus dem fünfzehnten Jahrhundert schon drei Mühlen kennen.
Eine absolute Klarheit über die Lage der Mühlen und ihre alte Namen wird sich nur schwer gewinnen lassen. Denn wir wissen, daß die Herwigsmühle in den Besitz des Ahnaberger Klosters überging, zu seinen Gunsten verzichteten der Kasseler Bürgermeister Peter Harthenberg und seine Frau am 8. April 1459 auf die Rechte daraus. Nimmt man diese Rechte als völlige Besitzrechte, die Hartenberg von Johann von Hasungen erworben, zu einem uns unbekannten Termin, dann wäre die Herwigsmühle identisch mit der Drahtmühle, die später stets gemeinsam mit den drei Kasseler herrschaftlichen Mühlen genannt wird, die sämtlich bis 1527 zum Besitz des Ahnaberger Konvents gehörten und von diesem auf die Landesherrschaft übergingen. Es könnte aber auch sein, daß die Rechte nur Renten oder andere Bezüge darstellten; im ersteren Fall hätten wir die Forstmühle, wie angedeutet, auf der Stätte des Messinghofes zu suchen.
Auch ein Müller, Henne Conradt, wird genannt, und als Einwohner des Dorfes bzw. Kolonen und Pächter daselbst treten uns in jenen Tagen Dithmar Credo, Hermann Grebe und seine Söhne Kunz und Klaus Grebe entgegen, letztere erst im Jahre 1522. Dagegen werden zwei Pächter, offenbar aus der bekannten Kasseler Familie Rudewiges, im Februar 1383 verklagt, weil sie Landbesitz der Karmelitermönche zu Kassel in der Bettenhäuser und der Waldauer Gemarkung an sich gerissen haben. Der Besitz wird unter Androhung schwerer geistlicher Strafen unter Sequester gestellt.
Zum Schlusse mag hier auch noch Erwähnung finden, daß unter den Kaufunger Lehnsmännern, wenn auch nur zeitweilig und ohne daß wir über die einzelnen, Bettenhausen betreffenden Stücke unterrichtet wären, sich die Kasseler Patrizierfamilie Seidenschwanz befand.
Kurz vor dem Beginn der Reformation in Hessen, noch in der alten Kirche, hören wir von einem Pfarrer zu Bettenhausen. Das Filialverhältnis zu Waldau ist gelöst. Zuerst im Jahre 1505 und dann wieder im April 1516 lernen wir dort Jodocus Conrad als Pfarrer kennen, er vertauscht 1 1/2 Acker Land neben dem Lande des heiligen Kreuzstiftes zu Bettenhausen gegen einen Acker vor Bettenhausen, den ihm das Ahnaberger Kloster abtrat
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